Was wäre, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika nur noch ein Schatten ihrer selbst wären? Was wäre, wenn die einstige Supermacht schwer verwundet am Boden läge?2027. Eines sonnigen Morgens: Ich habe die erste Nacht in einer improvisierten Operationsbasis amerikanischer Widerstandskämpfer hinter mir. Der Kopf des Teams weckt mich. Er bittet mich, ihm zu folgen, es gebe etwas zu besprechen. Ich komme seiner Bitte nach und verlasse an seiner Seite das Haus.
Mir erstreckt sich ein Bild, an das ich mich wohl nie gewöhnen werde: inmitten einiger heruntergekommener Häuser befindet sich ein Hof. Mir fällt zunächst ein Kind auf, das einsam auf einer Schaukel schaukelt. Lediglich ein paar Tarnnetze sorgen dafür, dass unsere jungen Kinder halbwegs gefahrenlos spielen können. Ein Mann ist gerade dabei, eine Suppe zu kochen. Ihm steht nichts als ein hängender Kohlegrill zur Verfügung. Keine Elektrik, kein Herd, gar nichts. Es ist ein schmerzhafter Anblick.
 |
Ich folge dem Anführer der Widerstandsgruppe weiter. Ich gehe mit ihm auf das Haus neben uns zu. Auf dem Weg dorthin sehe ich zu meiner Linken, dass eine Tafel an einer Hauswand befestigt ist. Das Alphabet steht in Schreibschrift auf der Tafel geschrieben. Davor befinden sich drei marode Holzstühle. Es ist die einzige Möglichkeit, unseren Kindern Bildung zugänglich zu machen. Es gibt keine Schulen mehr.
Auf dem Weg treffen wir hin und wieder auf Menschen, die Tätigkeiten nachgehen, die vielleicht vor zweihundert Jahren üblich waren. Das neue Amerika des 21. Jahrhunderts: Menschen melken Ziegen, sie bebauen Felder, um uns mit Nahrung zu versorgen. Voller Stolz zeigt uns ein Amerikaner, wie er das Wasser endlich dank einer selbstgebauten Konstruktion mit Pedalen aufbereiten kann - vorher hatte er dies manuell machen müssen.
Wir betreten das Haus, in dem wir bereits erwartet werden. Ein weiterer Widerstandskämpfer kommt auf mich zu. Er begrüßt mich auf zynische Weise; fragt, ob ich von den Toten wieder auferstanden sei. Während der Anführer der Widerstandskämpfer ein Denkender ist, handelt es sich bei dem neuen Gesicht um einen Schießenden. Ginge es nach ihm, würden wir uns den übermächtigen Besetzern sofort entgegenstellen - koste es, was es wolle. Doch das ist es gar nicht mal, das mir zu schaffen macht: auf dem Boden liegen zwei Kinder vor einem Kamin. Sie sind in Schlafsäcke gehüllt. Es ist die einzige Möglichkeit, ihnen Wärme zu bieten. Ein anderes Baby schläft in den Armen seiner Mutter auf der Couch vor uns.
Noch ehe ich mich in Gedanken verliere, bittet unser Gruppenanführer uns, ihm zu folgen. Er führt uns in ein Zimmer, an dessen Wände Zeitungsartikel geheftet sind. Außerdem hängt dort ein improvisierter Schlachtplan. Er enthält die Skizze eines Parkplatzes vor einem Baumarkt in der Nähe. Nur ein paar Fotos helfen, mir eine ungefähre Vorstellung der offenbar strategisch wichtigen Position zu verschaffen. Er erklärt uns die Vorgehensweise.
|

|
Nachdem wir das Wichtigste erfahren haben, greifen wir zu den Waffen. Durch einen Tunnel verlassen wir die Operationsbasis. Der Plan sah vor, die Koreaner auf dem Parkplatz in einen Hinterhalt zu locken. Theoretisch kein kompliziertes Unterfangen: Wir ließen einen leeren Lieferwagen auf den Parkplatz rasen. Er sollte die Aufmerksamkeit der Koreaner auf sich ziehen. Wir waren uns sicher, die Koreaner überraschen und besiegen zu können. Leider wurden wir schneller eines Besseren belehrt, als uns lieb war. Schon bald war es kein Hinterhalt mehr; wir kämpften um unser Leben. Die Hölle hatte ihre Tore geöffnet ...
Homefront - Emotionen, Dramatik und bombastische Action
So oder so ähnlich könnte ein Tagebucheintrag aussehen, den unser virtuelles Ego in Homefront nach dem ersten Level verfasst hat. Wir haben uns die
Homefront-Präsentation auf der
gamescom 2010 in Köln angesehen und sind uns einig: Die Erzählweise der Hintergrundgeschichte von Homefront ist mitreißend! Mit viel Liebe zum Detail schaffen die Entwickler von Homefront es, bestimmte Emotionen hervorzurufen. Als wir beispielsweise zwei junge Babies vor einem Kaminfeuer liegen sehen und ein weiteres Baby in den Armen seiner Mutter schläft, überkommt uns sofort der Drang, Frau und Kinder zu schützen. Dieses Bild hat sich so in unseren Köpfen festgesetzt, dass wir im nächsten Level noch daran denken und am liebsten selbst umso energischer gegen die Koreaner vorgehen wollen. Doch sind wir im nächsten Level zu sehr damit beschäftigt, am Leben zu bleiben. Raketen schlagen ein und verwandeln den Parkplatz in ein flammendes Inferno, von überall her tauchen brennende Menschen auf, die vor Schmerzen schreien, feindliche Streitkräfte eröffnen das Feuer, es explodieren Autos mit einer solchen Wucht, dass sich die Wracks zu tödlichen Geschossen entwickeln. Mehrere Male hängt unser Leben am seidenen Faden.
Man nehme viele kleine Momente, die große Emotionen auslösen, gebe eine ordentliche Portion Dramatik hinzu, mische alles mit knallharter Action auf und schüttele alles gut durch. Heraus kommt dabei ein Blockbuster von Shooter, der sich
Homefront nennt!